Grabentour    Krummenhennersdorf– Reinsberg
Zum Bau des Rothschönberger Stollns wurden zur Auffahrung der 13 km langen Strecke 8 Lichtlöcher abgeteuft um im Gegenortbetrieb
gleichzeitig an mehren Orten den Stolln auffahren zu können.
Einige wurden zur Förderung des Abraums mit Dampfmaschinen betrieben. Wo immer nur es möglich war ist die Wasserkraft zum
Einsatz gekommen, da Kohle sehr teuer war.
So wurde aus dem Abzugsgraben der Krummenhennersdorfer Mühle, am Ufer der Bobritzsch, Wasser in einen Kunstgraben geleitet,
um die Kunstgezeuge der Lichtlöcher 5 und 4 des Rothschönberger Stollns anzutreiben. Dazu wurden auf reichlich 3 Kilometer
Kunstgräben und Röschen angelegt.
Empfehlenswert ist es diese Tour in Fließrichtung des Aufschlagwassers vorzunehmen.
Die kurze Wegbeschreibung erschließt einen etwa 8 km lange Wanderung entlang des Grabens am Ufer
der Bobritzsch und eine Rückkehr zum Ausgangspunkt über Wolfsgrün.
An der Wünschmannmühle in Krummenhennersdorf gibt es Möglichkeiten das
Fahrzeug abzustellen.
 
Bis in die 80iger Jahre hinein wurde hier Brot hergestellt.
Die Mühlentechnik aus den 20iger Jahren ist noch heute voll funktionstüchtig.
Ein Verein bemüht sich dieses technische Denkmal zu erhalten.
Hinter der Mühle im Auslauf des Mühlgrabens beginnt die Grabentour.
 
Bereits nach einigen hundert Metern verschwindet der Graben in einer Rösche
um einen Bergsporn zu unterqueren.
 
Wir mühen und bergauf und haben dann die Möglichkeit steil rechts bergab
schnell zum unteren Mundloch der Rösche zu kommen oder sanft geradeaus
bergabwärts am Ufer der Bobritzsch weiter zu wandern, am sagenumwobenen
Nympenstrudel vorbei zurück zum Graben.
Am oberen Mundloch der Porzellanfelsenrösche erwartet uns ein
geologischer Aufschluß mit Quarzit.
 
Hier wurde Material zur Herstellung von Porzellan abbgebaut.
 
Erneut beginnt ein weiteres übertägiges Teilstück der Wasserführung am
unteren Mundloch der Porzellanfelsenrösche.
Sagenumwoben  ist der Name eines Felsens mit einer eingeschlägelten
Sitzgelegenheit.
Der Name des Maschinensteigers beim Bau des Grabens könnte hier Pate
gestanden haben.
Ob er hier sein tägliches Mal eingenommen hat?
Auch der Tausendtalersprung und der Kroatenstein, die uns auf dem
Weiterweg begegnen, beinhalten Rätsel über die tatsächlichen
geschichtlichen Begebenheiten.
Kurz nach dem Oberen Mundloch der Reinsberger Rösche verschwindet der Graben unwiederbringlich in der letzten, über 900 Meter langen,
Rösche im Gebirge.
Den Weg hinauf, den Zeltplatz links liegenlassend, geht es vorbei an der Gruft derer von Schönberg.
Dieses Adelsgeschlecht ist eng mit der Reinsberger Geschichte verbunden und war lange Jahre auch in hohen Ämtern der
Bergbauverwaltung tätig.
Leider wurde in den Jahren der DDR dieses Grabmal stark beschädigt.
Am 4. Lichtloch in Reinsberg tritt der Graben noch einmal kurz zutage um dann
bis 1877 in der Radstube ein Kehrrad und ein Kunstrad mit Wasser zu
versorgen.
 
Diese Anlage steht unter Denkmalschutz.
 
Der Verein 4.Lichtloch e.V. kümmert sich um die Erhaltung des Huthauses, der
Radstubenkaue, des Schachthauses und weiteren technischen Einrichtungen
Zurück zum Zeltplatz kann der Rückweg links hinauf über den flachen Hügel mit seinen vielen Obstbäumen gewählt werden, oder geradeaus am
Waldrand entlang die Kastanienallee weiter zurück nach Krummenhennersdorf.