Verein Bergbaufreunde Grube "Vereinigt Feld" Nossen e.V.
Die Gründung des Klosters Altzella (1162) war Ausgangspunkt einer, für den Erzgebirgsraum einzigartigen Rodungs- und Besiedlungsepoche, in deren Verlauf,1168, die Freiberger Silbererze entdeckt wurden. Durch Einkünfte aus dem Abbau der neuen Lagerstätte sollte der Klostergründer Otto I. so wohlhabend werden, dass ihm die spätere Geschichtsschreibung den Beinamen "der Reiche" verlieh. Schnell verbreitete sich die Kunde von den Silberfunden. Überall im neuen Rodungsland schürfte man nach solchen Erzlagerstätten. Schon bald nach dem Freiberger Fund waren die Vorkommen um Nossen, Siebenlehn und Roßwein aufgefunden. Der Abbau begann: Vor allem die Bergwerke von Siebenlehn und Gersdorf bei Roßwein lieferten in der Anfangszeit hohe Ausbeuten. Ein Denkmal dieser Periode lebt noch heute im Siebenlehner Stadtnamen fort, der dem mittelalterlichen Bergrecht entlehnt ist. Die Altzellaer Mönche, als direkte Auslöser dieser Entwicklung, trieben, wie aus einer Urkunde des Jahres 1320 hervorgeht, selbst umfangreichen Bergbau. Sie waren somit an dieser Entwicklung direkt beteiligt. Man kann heute nur mutmaßen, das Teile der prunkvollen Klosterarchitektur aus Einkünften der Bergbautätigkeit finanziert wurden. Nur kurz währte die Erfolgsperiode. Bald war das oberfächennah anstehende Reicherz erschöpft, die Gewinne gingen zurück und mit ihnen der Bergbau. Erst 1548 begann ein neuer Aufschwung, dessen Bedeutung an der Gründung eines Unterbergamtes in Siebenlehn ersichtlich ist. Bis zum Dreißigjährigen Krieg lieferte eine Reihe kleinerer und mittlerer Gruben im Tal der Freiberger Mulde oberhalb Nossen, nahe des Klosters Altzella, im Zellwald und in der Stadt Siebenlehn Erze und zahlten Ausbeute. Die Kriegswirren mit ihren Truppendurchzügen, Einquartierungen, Plünderungen und Brandschatzungen setzten dem Aufschwung ein jähes Ende. Am Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert lebt der Grubenbetrieb in sehr bescheidenem Maße wieder auf, ohne das die Fördermengen das Vorkriegsniveau auch nur annähernd erreichen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts schließt sich eine Reihe solcher Betriebe zusammen. So zum Beispiel die Gruben "Vereinigt Feld zu Siebenlehn", "Romanus Erbstolln" und "Glücklicher Kalteborn Erbstolln". Auch ihnen soll kein Erfolg beschieden sein, da mit dem Sinken der Silberpreiseab 1871, wie überall in Sachsen, kein gewinnbringender Abbau mehr möglich war. Trotz einiger guter Anbrüche und der Einführung neuer Technologien, muss "Vereinigt Feld" 1899 als letzte des Nossener Gebietes die Arbeit einstellen. 1905 wird sie aus den bergamtlichen Registern gelöscht. Obwohl die letzte Schicht seit über einem Jahrhundert verfahren ist, bringt sich die bergbauliche Vergangenheit immer wieder in Erinnerung. Von Zeit zu Zeit ereignen sich Tagebrüche, die saniert werden müssen. Auch beim Bau der Autobahnbrücke traf man 1935 unvermutet auf alte Grubenbaue, welche deren Bau verzögerten. Neben diesen unrühmlichen Erbstücken hat der Bergbau auch eine Reihe wertvoller Sachzeugen als Denkmale der historischen Entwicklung unserer Heimat und der Bergbautechnik hinterlassen. Zu nennen seien hier zum Beispiel die Adolfstolln Wasserleitung, die Halde mit Maschinenschuppen von "Vereinigt Feld" (ausgebaut zum Sitz unseres Vereins), sowie das in Wiederherstellung befindliche Mundloch des Ronnovstolln. Das wohl wichtigste und schönste Denkmal der Nossener Bergbaugeschichte, das schon zu Betriebszeiten der Grube als Schankwirtschaft genutzte Huthaus von "Fröhlicher Sonnenblick" (Vereinigt Feld) ging leider 1979 durch Brandstiftung für immer verloren.  (Text: Ronald Symmank)
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