Allgemeine Geschichte des Rothschönberger Stollns.
Am 21. März 1877 wurde mit dem Durchschlag des letzten Gegenortes der Stolln vollendet.  
33 Jahre hatten bis dahin 200 bis 250 Bergleute mehrschichtig an sieben Gegenorten dieses bergbautechnische Meisterwerk aufgefahren. Erst sieben, später acht Lichtlöcher wurden hierfür  abgeteuft. Anfangs im Handhaspelbetrieb, später mit Wasserkraft die Lichtlöcher 1,4,5 und 7, die anderen mit Dampfkraft.   Anfang des 19. Jahrhunderts zeigte sich mit größer werdenden Abbautiefen immer mehr die Problematik der Verbringung des Grubenwassers aus den Freiberger Revier. Die Hebung des Wassers mittels Kunstgezeugen stieß bald an technische Grenzen. Eine Alternative hierzu bietet das Ableiten des Wassers durch einen tief angesetzten Stollen.   Der Oberberghauptmann v. Herder (1776-1838) entwickelte einen Projekt mit der Vorzugsvariante bei Meißen  an der Elbe einen Stolln anzusetzen der etwa 200 Meter tiefer als der bis dahin tiefste wasserableitende  „Tiefer Fürsten Stolln“ in das Freiberger Revier einkommen sollte. Das Projekt „Tiefer Meißner Erbstolln“ wurde aber nicht verwirklicht. Als v. Herder 1838 starb trat sein Projekt in den Hintergrund.   Der Freiberger Bergmeister v. Weißenbach beschäftigte sich weiter mit der Aufgabe und plante den Stolln 89 Meter höher bei Rothschönberg im Triebischtal anzusetzen. Kostenersparnis und Bauzeitverkürzung trugen dazu bei das die vorgetragene Kalkulation 1844 genehmigt und der Bau begonnen wurde.   Bereits in den Jahren ab 1900 bis 1913 verlor der Stolln an Bedeutung als die Förderung von Silber im Freiberger Revier durch den Preisverfall des Metalls eingestellt wurde. Ganz außer Betrieb ist er jedoch bis heute nicht. Seit 1914 (bis 1972 in Betrieb) gibt es im „Dreibrüderschacht“ bei Brand-Erbisdorf  ein Kavernenkraftwerk. 1937 bis 1968 wurde im Freiberger Revier zwischenzeitlich wieder gefördert. Die Lehrgrube „Reiche Zeche“ der TU Freiberg wird heute durch den Stolln entwässert. Der Verein „Dreibrüderschacht e.V.“ plant die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks.   Das Hochwasser des Jahres 2002 führte zu einem Verbruch des Stollns. Durch umfangreiche Baumaßnahmen  ist die Funktionsfähigkeit heute wieder hergestellt.   Für das 4. und 7. Lichtloch interessieren sich Vereine. Diese Anlagen befinden sich in einem Guten Zustand und es wird weiter saniert. Verbindungen dahin finden Sie unter Links.   Das 8. Lichtloch wird derzeit für die Möglichkeit der Befahrung hergestellt.   An der Grabentour (Kunstbauwerk für das Aufschlagwasser zum 4. und 5. Lichtloch) und am Roten Graben (Kunstbauwerk für das Aufschlagwasser des 7. Lichtlochs und Wasserzufuhr für die Halsbrücker Erzwäschen) sind gut ausgebaute und beschilderte Wege vorhanden.   Das Mundloch der Abzugsrösche sowie das Hauptmundloch sind in gutem Zustand und mit Informationstafeln versehen. Für das Hauptmundloch besteht die Möglichkeit der Befahrung. Der Wirt der Triebischtalbaude kann eine Führung im nicht wasserführenden Teil des Stollens vornehmen. Informationen hierfür in der Servicerubrik.   Das 2. 5. und 6. Lichtloch sind als Ruine erhalten geblieben, wogegen das 1. und 3. soweit verfallen sind, das dass Auffinden schon Mühe macht.