Etappe 1  
vom Stollentor bis Reinsberg mit dem ersten, über das zweite bis zum dritten Lichtloch.
Mit dem Bus vom Busbahnhof Freiberg kommend, wo wir unser Auto geparkt haben, erreichen wir die Haltestelle
„Tanneberg, Abzweig Rothschönberg“.
(Hinweise zur Busverbindung finden Sie am Ende des Buches)
Eine kleine Verbindungsstraße bringt uns nach Rothschönberg.
Schon von weitem erblicken wir linkerhand das Schloß, folgen aber
am Ortseingang rechtsabbiegend der Ausschilderung zum
Rothschönberger Stolln. Im Triebischtal angekommen halten wir
uns nach der Brücke links und erreichen nach ca. einem Kilometer
das Stollentor. Eine Schautafel und eine Bank laden zur ersten kurzen Rast ein.
Nun steigen wir wieder zu dem einzeln stehenden Haus (nicht Huthaus, wie öfter publiziert, das gibt es nur am 4. Lichtloch,
sondern ein Neubauernhaus aus dem Jahr 1946) hinauf, wo auch eine Parkmöglichkeit bestünde .
Aus Richtung Groitsch kommend ( über Rothschönberg ist 2004 immer  noch die Anfahrt wegen der
hochwassergeschädigten Brücke nicht möglich) die Wanderung von hier zu beginnen, reicht aber die Zeit nicht aus
den gesamten Verlauf des Stollens zu erkunden, sondern nur für eine Etappe.
Links hinunter und flußabwärts erreichen wie dann nach etwa 15 Minuten das Röschenmundloch,
an welchem sich das Wasser der Freiberger Gruben in die Triebisch ergießt. An einem Pegel kann
man die momentane Aktivität des Stollens erkennen.
In dem Holzhäuschen befindet sich eine Pegelschreibanlage, keineswegs eine Regelanlage zur
Beeinflussung des Wasserdurchsatzes im Stollen, wie öfter zu lesen ist.
 
Um nun das erste Lichtloch zu erreichen müssen wir den gesamten Weg bis hinauf nach
Rothschönberg zurückgehen.
Kurz bevor wir wieder ganz oben angelangt sind, bietet sich uns ein Abstecher zur
„verkehrten Linde“. Ein Baum, der ganz einsam auf einer Anhöhe gewachsen ist, so als es
scheinen möge es würden die Wurzeln zum Himmel ragen und die Krone verbirgt sich
tief in der Erde.
Sobald wir wieder das Schloß erblicken eilen wir auf dieses zu ,lassen es rechts liegen und  wandern über die Elgersdorfer
Straße am letzten Haus des Ortes geradeaus in einen Feldweg hinein.
Keineswegs die Straße oder den Pfad den Berg hinunter. Dieser Weg führt uns bis unter die Autobahnbrücke der A4 wo an
einer durch das Hochwasser 2002 zerstörten Brücke die Bachseite nach rechts gewechselt werden muß.
Ab hier gibt es keinen Weg mehr, aber sicheren Trittes folgen wir dem Bachlauf über eine
ausgedehnte Weide bis zur Verbindungsstraße Nossen/Wilsdruff.
Wir überqueren diese und finden schräg links über die Straße einen mit dicken Baumstümpfen
für Fahrzeuge gesperrten Eingang zum Wald.
Wir folgen weiter dem Bachverlauf und erreichen an einer
natursteingesetzten Rampe (Straßenrest die dem Kohletransport
für die Dampfmaschine diente) vorbei eine                                  
Lichtung an welcher uns der Damm für das Aufschlagwasser
des ersten Lichtlochs den Weiterweg versperrt.
Gut so. Sonst hätten wir die fast völlig verfallene Anlage gar
nicht wahrgenommen.
Nach Erklimmen der Halde bietet sich uns ein Überblick.
Bei genauem Hinsehen erkennt man die Fragmente der Anlage. Eine Etage höher ist ein Tonnengewölbe erhalten in
welchem das Pulver aufbewahrt worden ist. Den Bau eines Pulverturms hat man sich so ersparen können. Nach einem Blick
über den künstlich erstellten Damm und auf die Ufermauern der Stauanlage, welche einmal aufwendig mit Trockenmauern
verkleidet wurden, wenden wir uns aufwärts zu einem Weg, der uns dann immer geradeaus nach Neukirchen bringt.
Im Dorf angekommen, zweimal rechts abgebogen, finden wir am Ortsausgang das zweite
Lichtloch. Erhalten ist hier nur die Schachtaufsattelung des Treibehauses.
Das Gesteinsmaterial ist für Straßenbauzwecke verwendet worden.
 
Nun gehen wir geradeaus in den Ort hinein und dann rechts weiter den Fasanenweg,
lassen das Reitsportgelände des Ortes links liegen und erreichen die „Fasanenhäuser“.
In die hier beginnende Betonplattenstraße biegen wir ein.
An einer Abzweigung halten wir uns rechts und sehen eine Baumgruppe hinter einem Platz an
welchem Baumaterial gelagert wird. Bei genauem Hinsehen erkennt man das dritte
Lichtloch, welches von allen am weitestem dem Verfall preisgegeben ist.
Ein Eingang und eine Mauer des Treibehauses sind noch zu erkennen.
Der Plattenstraße weiter folgend erreichen wir Niederreinsberg.
Wir können uns an der Bäckerei des Ortes stärken die genau vor uns liegt, oder mühen uns noch etwa 200 Meter
talabwärts zur Uhligmühle an der Bobritsch, deren Besitzer einen Imbiss betreibt. Erfahrungsgemäß steht ein Schild
„offen“ davor, der Imbiss scheint aber meist geschlossen. Auf Bedarf wird aber geöffnet, einfach klingeln.
Nach ca. 14 Kilometern ist nun das Ende der ersten Etappe erreicht.
Stolz vermerken wir uns die Erkenntnis über Lage und Zustand des ersten und dritten Lichtloches des
Rothschönberger Stollns, da diese am wenigsten bekannt sind.